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Hasselbach, Dr. med. und Dr. phil. Yumiko Lindgard von

Ärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Manuelle
Medizin/Chirotherapie und Akupunktur. Studium
der Humanmedizin in Mainz, Paris und Lausanne. Lange
Aufenthalte in Japan und China. Bereits 1989 gründete
sie einen studentischen Arbeitskreis für Akupunktur
und ...   [mehr]
Ärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Manuelle
Medizin/Chirotherapie und Akupunktur. Studium
der Humanmedizin in Mainz, Paris und Lausanne. Lange
Aufenthalte in Japan und China. Bereits 1989 gründete
sie einen studentischen Arbeitskreis für Akupunktur
und Chinesische Medizin an der Universität Mainz. 1995
war sie zuständig für Akupunktur und TCM an der Universitäts-
Frauenklinik Heidelberg. Seit 2008 Zusammenarbeit
mit dem Hormon- und Kinderwunschzentrum der
LMU München. Mitglied in der DGRM (TCM) und im
wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift gyne. Seit 2003
privatärztlich niedergelassen in der Praxis Prof. Hempen
und Kollegen (München), Dozentin an der TU München
und Dozentin der SMS.   [weniger]

Panel Gynäkologie: Chair: Dr. Yumiko von Hasselbach

Kongress: 5. SMS-Kongress - Chinesische Medizin im klinischen Alltag (SMS17)
120 min
Inhalt / abstract
Dr. Axel Wiebrecht: Hormonartige Wirkungen chinesischer Arzneidrogen — wo sind sie willkommen, wo unerwünscht?
Von Phytotherapeutika wie Soja sind phytoöstrogene Wirkungen bekannt. Bisher
gibt es jedoch wenig Übersicht über Phytoöstrogen-Wirkungen chinesischer
Arzneidrogen, allerdings existiert eine Fülle von meist experimentellen
Daten zu östrogenartigen, progesteronartigen, androgenartigen und anderen
hormonähnlichen Wirkungen bzw. Anti-Wirkungen chinesischer Arzneidrogen.
Diese Wirkungen werden genutzt bspw. bei Fertilitätsproblemen, beim POCS
oder bei der Menopause. Besondere Brisanz entsteht, wenn Patienten und
Patientinnen mit hormonreaktiven Tumoren behandelt werden wie dem
Brustkrebs.
Um die Relevanz der Daten einschätzen zu können, muss man sich zunächst mit
den Methoden vertraut machen. Nicht alle Ergebnisse sprechen dafür, dass
auch tatsächlich hormonartige Wirkungen stattfinden. Besondere Relevanz
haben sie jedoch, wenn auch ein Tumorwachstum durch Arzneidrogen festzustellen
war. Dieses trifft in der Tat auf einige der häufigen Drogen zu. Eine
Reihe von Faktoren erschweren die Interpretation der Daten, wie die Unterscheidung
von Östrogen-α- und β-Rezeptoren, widersprüchliche Ergebnisse,
die Dosisfrage oder die Übertragung von Tierstudien auf den Menschen. In der
Praxis sollte jedoch im Zweifelsfall der Vorsicht Vorrang eingeräumt werden.

Prof. Dr. Karin Meißner: Behandlung von Endometriose mit Akupunktur und Psychotherapie: Eine randomisierte klinische Studie
Endometriosebedingte Schmerzen werden in der Regel mit hormonellen
Präparaten und Operationen behandelt. Diese Behandlungen
stehen jedoch nicht selten dem Kinderwunsch der Patientinnen entgegen.
Das Ziel dieser randomisierten Studie war es, die Wirksamkeit
einer komplementärmedizinischen Kombinationsbehandlung
aus Akupunktur und Psychotherapie bei endometriosebedingten
Schmerzen zu untersuchen. 67 Frauen mit histologisch gesicherter
Endometriose, die rezidivierend an Unterleibsbeschwerden litten,
wurden durch Zufall der Akupunkturbehandlung mit Psychotherapie
oder keiner Therapie (Warteliste-Kontrollgruppe) zugeteilt.
Nach 3 Monaten konnten auch die Patientinnen der Kontrollgruppe
behandelt werden. Zu Beginn sowie nach 3 und 6 Monaten füllten
die Patientinnen Fragebögen aus, und es wurden fMRT-Aufnahmen
des Gehirns gemacht. Nach 24 Monaten fand eine Nachbefragung
statt. Am Ende der Randomisierungsphase zeigten die behandelten
Patientinnen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikante Besserungen
der Schmerzsymptomatik, des psychischen Wohlbefindens und
der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Zudem hatte sich die
Konnektivität des Hippocampus mit sensorischen Hirnarealen signifikant
verändert, wobei diese Änderungen mit Besserungen im psychischen
Befinden korrelierten. Nach 6 Monaten hatten sich die
klinischen
Besserungen in der Behandlungsgruppe stabilisiert, und
die inzwischen behandelte Kontrollgruppe zeigte vergleichbare
Ergebnisse. Nach 2 Jahren waren die Besserungen in beiden
Behandlungsgruppen weiterhin stabil. Akupunktur in Kombination
mit Psychotherapie stellt eine wirksame Alternative zur medikamentösen
und operativen Behandlung von Patientinnen mit Endometriose
dar.

Prof. Zhang Qi: Characteristics and Clinical Application of Zhang Zhongjing’s Treatment for Gynecological Diseases
1. Characteristics of Zhang Zhongjing’s Treatment for Gynecological
Diseases
The three chapters of gynecological diseases in Synopsis of the
Golden Chamber have been the earliest systematic records focusing
on women diseases in the classic Chinese medical monographs.
These include the common gestational and postpartum diseases, as
well as gynecological diseases. Since these chapters are carrying the
characteristics of Zhang’s treatment, they have been valuable for
clinical gynecology. The main principles might be summarized as the
following eight aspects: 1. concentrating on spleen and stomach;
2. treating the urgent and severe gestational and postpartum unconventionally;
3. considering the severity, cold and heat when removing
blood stasis and eliminating dampness; 4. the insect medicinals used
to break stagnant blood; 5. preserving yin and blood; 6. nourishing
liver and blood; 7. using decoctions and medical wines properly;
8. creating local herbal administration.
2. Cases of Menstrual Disorders and Infertility Treated by
Employing
Zhang Zhongjing’s Methods
Several cases of menstrual disorders and infertility are specially
analyzed
by employing the treating principle, method, formulas and
herbs created by Zhang Zhongjing: 1. a case of dysmenorrhea
treated by warming meridian and activating blood, tonifying spleen
and kidney; 2. a case of leukorrhea treated by invigorating spleen
and draining dampness; 3. a case of infertility caused by polycystic
ovary syndrome treated by tonifying kidney, strengthen spleen,
regulating
liver, draining dampness, resolving phlegm and activating
blood; 4. a case of infertility due to luteosterone insufficiency.

Dr. Yumiko Lindgard von Hasselbach: Erste Ergebnisse des TCM-Registers bei Infertilität
Jedes sechste Paar in Deutschland hat Probleme mit der Fruchtbarkeit
und braucht Unterstützung durch die assistierte Fortpflanzung
(ART) in spezialisierten Praxen und Kinderwunschzentren.
Zunehmend wird bei unerfülltem Kinderwunsch auch Hilfe durch
Akupunktur und TCM in Anspruch genommen, denn in der Chinesischen
Medizin hat die Behandlung von Kinderwunsch eine jahrtausendelange
Tradition. Ihre enorme Bedeutung sieht man zum Beispiel
im Aufbau von Sun Simiaos 30-bändiger klinischer Enzyklopädie
„Wichtige Notfall-Rezepturen, die tausend Goldstücke wert sind“
(Qianjin yaofang) aus der Tang-Dynastie (7. Jh.). Die Bände 2 bis 4
sind der Gynäkologie und darin das erste Kapitel dem Kinderwunsch
gewidmet, denn ohne Nachkommen erlischt die Ahnenreihe.
Da größere randomisierte Studien zur Zeit hier in Deutschland
schwer durchführbar sind, haben wir 2014 begonnen, ein TCM-Register
aufzubauen. Für die deutschen IVF-Zentren gibt es bereits
ein solches Register (DIR: Deutsches IVF-Register), in das die
Kinderwunschzentren
die Daten der Kinderwunschbehandlungen
mit In-Vitro-Fertilisation anonymisiert eintragen. Kollegen, die
Kinderwunsch-
Patientinnen mit TCM behandeln und begleiten,
teilen Fragebögen aus und sammeln Daten zum Therapieverlauf.
Diese Daten werden anonymisiert ausgewertet. Sowohl spontane
Schwangerschaften unter TCM als auch TCM in der begleitenden
Behandlung von Inseminationen oder künstlichen Befruchtungen
werden erfasst.
Eine erste Auswertung der bisher erhaltenen Daten soll vorgestellt
werden.
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Panel 1: Kinderwunsch

Kongress: SMS-Kongress 2014 - Chinesische Medizin im klinischen Alltag – Grundlagen, Anwendung & Wissenschaft
120 min, deutsch
Inhalt / abstract
4 Vorträge à 20 Min., Chair: Prof. Dr. C. Thaler

Dr. Stefan Englert
TCM bei Kinderwunsch: Hype oder gesicherte Fertilitätsmedizin?
Seit Jahren erfreut sich der ergänzende Einsatz von Methoden der Chinesischen
Medizin im Rahmen der Kinderwunschtherapie zunehmender
Beliebtheit. Wann und wie lange sollte oder darf eine alleinige Therapie
mit TCM stattfinden? Bei welchen Befundkonstellationen ist zu ART-assistierten
Reproduktionstechniken wie IVF, ICSI, Kryotransfer als begleitende
Maßnahme zu raten?
Wo liegen die Grenzen von Akupunktur und chinesischer Arzneitherapie
– hinsichtlich Wirksamkeit, aber auch möglicher Nebenwirkungen?
Was sollten Therapeuten im Fall einer eingetretenen Schwangerschaft
beachten? Dieser Vortrag bietet zunächst eine Übersicht über den Stand
der aktuellen Datenlage und der Evidenz dieser Studien. Was dürfen wir
daraus schließen? Der Vortrag vermittelt neben praktischen Aspekten
einer Kinderwunschbehandlung mit den Therapiemethoden der TCM
auch Empfehlungen für die Praxis, wann und wie diese nach derzeitigem
Wissenstand am sinnvollsten eingesetzt werden sollten.

Prof. Dr. Christian Thaler, Dr. Yumiko L. von Hasselbach
ART meets TCM – Kasuistiken aus der Kinderwunschbehandlung
Seit der Geburt von Louise Brown (1978) kamen nach Nutzung der assistierten
Fortpflanzung (ART) weltweit über 5 Millionen Kinder zur Welt.
Bei Transfer von zwei gut entwickelten Blastozysten können Schwangerschaftsraten
von etwa 40 % erreicht werden. Probleme bereiten vor allem
Frauen mit verminderter ovarieller Reserve, denn bei diesen finden sich pro
Behandlungszyklus nur wenige und oft aneuploide Oozyten mit nachfolgend
deutlich verminderten Schwangerschaftsraten. Ein weiteres Problemkollektiv
stellen Frauen mit rezidivierendem Implantationsversagen dar,
denn bei ihnen tritt auch nach Transfer von zahlreichen optimal entwicklungsfähigen
Embryonen keine Schwangerschaft ein. In der Chinesischen
Medizin hat die Behandlung von Kinderwunsch eine Jahrtausende lange
Geschichte. Ihre enorme Bedeutung sieht man zum Beispiel im Aufbau von
Sun Simiaos 30-bändiger klinischer Enzyklopädie „Wichtige Rezepturen,
die tausend Goldstücke wert sind“ (Qianjin yaofang) aus der Tang-Dynastie
(7. Jh.). Die Bände 2 bis 4 sind der Gynäkologie und darin das erste Kapitel
dem Kinderwunsch gewidmet! Auch wenn größere randomisierte Studien
hier schwer durchführbar sind und deshalb meist fehlen, weisen umfangreiche
Erfahrungen und viele Einzelbeispiele darauf hin, dass die Chinesische
Medizin gerade in der Vorbereitung und Begleitung von Maßnahmen
der assistierten Fortpflanzung erhebliche Vorteile mit sich bringen kann.
Es scheint daher von großem Wert, beide medizinische Welten in offener
und umsichtiger Weise zu kombinieren. Die fruchtbare Zusammenarbeit
von ART und TCM wird in beispielhaften Kasuistiken dargestellt.

Dr. Annemarie Schweizer-Arau
Reduktion der Beschwerden bei Endometriose-Patientinnen: Ergebnisse einer prospektiven randomisierten Studie
Bei Endometriose, einer der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen,
findet sich endometriumartiges Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle.
Chronische Unterbauchbeschwerden, Dysmenorrhoe, Dyspareunie und
Sterilität stellen die häufigsten klinischen Symptome dar.
Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit der systemischen Autoregulationstherapie
(SART) – einer Kombination von Aku-Moxa-Behandlung
und tiefenpsychologischer Psychotherapie – auf die Symptomatik von
Endometriose-Patientinnen zu untersuchen. In unserer prospektiven,
randomisierten, kontrollierten Studie (RCT) nahmen 67 Patientinnen mit
verifizierter Endometriose teil, 83 % litten mehr als 5 Jahre an Schmerzen.
Primärer Zielparameter: Responderanteil = Anzahl der Patientinnen mit
mindestens 50-%-iger Schmerzreduktion. Nach 3 Monaten Therapie
(max. 10 Stunden) betrug der Responderanteil in der Behandlungsgruppe
44 %, aber nur 4 % in der Kontrollgruppe (Chi-Quadrat-Test p<0.001).
Nur die Behandlungsgruppe zeigte zudem eine signifikante Besserung der
Lebensqualität (SF12), des allgemeinen Wohlbefindens (FW7), der Ängstlichkeit
und Depressivität (HADS) und der Arbeitsfähigkeit (Anzahl beeinträchtigter
Arbeitstage). Nach 6 Monaten zeigten die nunmehr ebenfalls
behandelten Patientinnen der Kontrollgruppe vergleichbare signifikante
Verbesserungen der Symptomatik (48 % Responder).
Erste Daten des 2-Jahres-Follow-Ups weisen darauf hin, dass die
Besserungen von Dauer sind.

Dr. Axel Wiebrecht
Gentoxizität chinesischer Arzneidrogen – wie gehen wir in der Schwangerschaft damit um?
Das Thema Mutagenität oder Gentoxizität wird in sonst ausgezeichneten
Standardlehrbüchern der Materia Medica weitestgehend ausgeblendet.
Dabei gibt es nicht erst seit den letzten Jahren eine Fülle von experimentellen
Daten negativer und positiver Art hierzu. Während wir die negativen
Ergebnisse gern zur Kenntnis nehmen, werfen die positiven erhebliche
Fragen auf. Davon sind auch einige Mittel betroffen, die in der Schwangerschaft
einen höheren Stellenwert haben. Gentoxizität und Mutagenität
beinhalten das Risiko einer späteren Krebsentstehung. Dass das keine bloße
Theorie bleiben muss, zeigt eine Studie aus Taiwan, die bei ca. 15 Jahre
alten Kindern eine erhöhte Rate von Gehirntumoren aufzeigte, wenn die
Mütter in der Schwangerschaft Coptidis rhizoma (Huanglian) eingenommen
hatten[1]. Derartige Studien sind jedoch die Ausnahme, die Daten
sind in aller Regel experimenteller Art aus Tier- oder In-vitro-Versuchen.
Diese können nur bedingt auf den Menschen übertragen werden. Dennoch
gilt die Regel: Im Zweifelsfall ist von einem Risiko auszugehen. Der Vortrag
versucht, sich der schwierigen Frage zu stellen, welche Schlussfolgerungen
für die Anwendung wir aus den vorliegenden Daten ableiten.

[1] Chuang CH, Doyle P, Wang JD, et al. Herbal medicines during pregnancy and
childhood cancers. Pharmacoepidemiol Drug Saf 2009;18:1119-20
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