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Hasselbach, Dr. med. und Dr. phil. Yumiko Lindgard von

Ärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Manuelle
Medizin/Chirotherapie und Akupunktur. Studium
der Humanmedizin in Mainz, Paris und Lausanne. Lange
Aufenthalte in Japan und China. Bereits 1989 gründete
sie einen studentischen Arbeitskreis für Akupunktur
und ...   [mehr]
Ärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Manuelle
Medizin/Chirotherapie und Akupunktur. Studium
der Humanmedizin in Mainz, Paris und Lausanne. Lange
Aufenthalte in Japan und China. Bereits 1989 gründete
sie einen studentischen Arbeitskreis für Akupunktur
und Chinesische Medizin an der Universität Mainz. 1995
war sie zuständig für Akupunktur und TCM an der Universitäts-
Frauenklinik Heidelberg. Seit 2008 Zusammenarbeit
mit dem Hormon- und Kinderwunschzentrum der
LMU München. Mitglied in der DGRM (TCM) und im
wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift gyne. Seit 2003
privatärztlich niedergelassen in der Praxis Prof. Hempen
und Kollegen (München), Dozentin an der TU München
und Dozentin der SMS.   [weniger]

Panel 1: Kinderwunsch

Kongress: SMS-Kongress 2014 - Chinesische Medizin im klinischen Alltag – Grundlagen, Anwendung & Wissenschaft
120 min, deutsch
Inhalt / abstract
4 Vorträge à 20 Min., Chair: Prof. Dr. C. Thaler

Dr. Stefan Englert
TCM bei Kinderwunsch: Hype oder gesicherte Fertilitätsmedizin?
Seit Jahren erfreut sich der ergänzende Einsatz von Methoden der Chinesischen
Medizin im Rahmen der Kinderwunschtherapie zunehmender
Beliebtheit. Wann und wie lange sollte oder darf eine alleinige Therapie
mit TCM stattfinden? Bei welchen Befundkonstellationen ist zu ART-assistierten
Reproduktionstechniken wie IVF, ICSI, Kryotransfer als begleitende
Maßnahme zu raten?
Wo liegen die Grenzen von Akupunktur und chinesischer Arzneitherapie
– hinsichtlich Wirksamkeit, aber auch möglicher Nebenwirkungen?
Was sollten Therapeuten im Fall einer eingetretenen Schwangerschaft
beachten? Dieser Vortrag bietet zunächst eine Übersicht über den Stand
der aktuellen Datenlage und der Evidenz dieser Studien. Was dürfen wir
daraus schließen? Der Vortrag vermittelt neben praktischen Aspekten
einer Kinderwunschbehandlung mit den Therapiemethoden der TCM
auch Empfehlungen für die Praxis, wann und wie diese nach derzeitigem
Wissenstand am sinnvollsten eingesetzt werden sollten.

Prof. Dr. Christian Thaler, Dr. Yumiko L. von Hasselbach
ART meets TCM – Kasuistiken aus der Kinderwunschbehandlung
Seit der Geburt von Louise Brown (1978) kamen nach Nutzung der assistierten
Fortpflanzung (ART) weltweit über 5 Millionen Kinder zur Welt.
Bei Transfer von zwei gut entwickelten Blastozysten können Schwangerschaftsraten
von etwa 40 % erreicht werden. Probleme bereiten vor allem
Frauen mit verminderter ovarieller Reserve, denn bei diesen finden sich pro
Behandlungszyklus nur wenige und oft aneuploide Oozyten mit nachfolgend
deutlich verminderten Schwangerschaftsraten. Ein weiteres Problemkollektiv
stellen Frauen mit rezidivierendem Implantationsversagen dar,
denn bei ihnen tritt auch nach Transfer von zahlreichen optimal entwicklungsfähigen
Embryonen keine Schwangerschaft ein. In der Chinesischen
Medizin hat die Behandlung von Kinderwunsch eine Jahrtausende lange
Geschichte. Ihre enorme Bedeutung sieht man zum Beispiel im Aufbau von
Sun Simiaos 30-bändiger klinischer Enzyklopädie „Wichtige Rezepturen,
die tausend Goldstücke wert sind“ (Qianjin yaofang) aus der Tang-Dynastie
(7. Jh.). Die Bände 2 bis 4 sind der Gynäkologie und darin das erste Kapitel
dem Kinderwunsch gewidmet! Auch wenn größere randomisierte Studien
hier schwer durchführbar sind und deshalb meist fehlen, weisen umfangreiche
Erfahrungen und viele Einzelbeispiele darauf hin, dass die Chinesische
Medizin gerade in der Vorbereitung und Begleitung von Maßnahmen
der assistierten Fortpflanzung erhebliche Vorteile mit sich bringen kann.
Es scheint daher von großem Wert, beide medizinische Welten in offener
und umsichtiger Weise zu kombinieren. Die fruchtbare Zusammenarbeit
von ART und TCM wird in beispielhaften Kasuistiken dargestellt.

Dr. Annemarie Schweizer-Arau
Reduktion der Beschwerden bei Endometriose-Patientinnen: Ergebnisse einer prospektiven randomisierten Studie
Bei Endometriose, einer der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen,
findet sich endometriumartiges Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle.
Chronische Unterbauchbeschwerden, Dysmenorrhoe, Dyspareunie und
Sterilität stellen die häufigsten klinischen Symptome dar.
Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit der systemischen Autoregulationstherapie
(SART) – einer Kombination von Aku-Moxa-Behandlung
und tiefenpsychologischer Psychotherapie – auf die Symptomatik von
Endometriose-Patientinnen zu untersuchen. In unserer prospektiven,
randomisierten, kontrollierten Studie (RCT) nahmen 67 Patientinnen mit
verifizierter Endometriose teil, 83 % litten mehr als 5 Jahre an Schmerzen.
Primärer Zielparameter: Responderanteil = Anzahl der Patientinnen mit
mindestens 50-%-iger Schmerzreduktion. Nach 3 Monaten Therapie
(max. 10 Stunden) betrug der Responderanteil in der Behandlungsgruppe
44 %, aber nur 4 % in der Kontrollgruppe (Chi-Quadrat-Test p<0.001).
Nur die Behandlungsgruppe zeigte zudem eine signifikante Besserung der
Lebensqualität (SF12), des allgemeinen Wohlbefindens (FW7), der Ängstlichkeit
und Depressivität (HADS) und der Arbeitsfähigkeit (Anzahl beeinträchtigter
Arbeitstage). Nach 6 Monaten zeigten die nunmehr ebenfalls
behandelten Patientinnen der Kontrollgruppe vergleichbare signifikante
Verbesserungen der Symptomatik (48 % Responder).
Erste Daten des 2-Jahres-Follow-Ups weisen darauf hin, dass die
Besserungen von Dauer sind.

Dr. Axel Wiebrecht
Gentoxizität chinesischer Arzneidrogen – wie gehen wir in der Schwangerschaft damit um?
Das Thema Mutagenität oder Gentoxizität wird in sonst ausgezeichneten
Standardlehrbüchern der Materia Medica weitestgehend ausgeblendet.
Dabei gibt es nicht erst seit den letzten Jahren eine Fülle von experimentellen
Daten negativer und positiver Art hierzu. Während wir die negativen
Ergebnisse gern zur Kenntnis nehmen, werfen die positiven erhebliche
Fragen auf. Davon sind auch einige Mittel betroffen, die in der Schwangerschaft
einen höheren Stellenwert haben. Gentoxizität und Mutagenität
beinhalten das Risiko einer späteren Krebsentstehung. Dass das keine bloße
Theorie bleiben muss, zeigt eine Studie aus Taiwan, die bei ca. 15 Jahre
alten Kindern eine erhöhte Rate von Gehirntumoren aufzeigte, wenn die
Mütter in der Schwangerschaft Coptidis rhizoma (Huanglian) eingenommen
hatten[1]. Derartige Studien sind jedoch die Ausnahme, die Daten
sind in aller Regel experimenteller Art aus Tier- oder In-vitro-Versuchen.
Diese können nur bedingt auf den Menschen übertragen werden. Dennoch
gilt die Regel: Im Zweifelsfall ist von einem Risiko auszugehen. Der Vortrag
versucht, sich der schwierigen Frage zu stellen, welche Schlussfolgerungen
für die Anwendung wir aus den vorliegenden Daten ableiten.

[1] Chuang CH, Doyle P, Wang JD, et al. Herbal medicines during pregnancy and
childhood cancers. Pharmacoepidemiol Drug Saf 2009;18:1119-20
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